Zusammen mit sieben weiteren Austauschstudenten düste ich letzte Wuche im Minivan durch Indonesien. Was wir in dieser eindrucksvollen Woche alles erlebten, berichtet euch dieses Blog. Dieser Artikel erzählt von unserem Abreisetag, dem 22. September 2007. Weitere Artikel in verschiedenen Sprachen werden folgen…
Um fünf Uhr morgens läutet bereits der Wecker. Noch etwas müde vom Mid-Autumn-Festival (auf dem Blog von Yuhong gibts einen detaillierten, excellent geschriebenen Bericht darüber), stehe ich dennoch auf. In der Küche ist um diese Zeit schon einiges los; eine Gruppe indonesischer Studenten kocht sich ein Frühstück, da sie während dem Ramadan vor Sonnenaufgang (ca. viertel vor sechs) essen müssen. Aus allerlei Resten und etwas Toastbrot entstehen ein paar Sandwiches für die Reise, danach gönne ich mir eine Dusche und schultere meinen Rucksack.
Ein Taxi bringt uns an den Flughafen, wo wir uns nach dem Check-In ein Frühstück gönnen. Mit etwas Verspätung hebt unser Flugzeug gegen 9 Uhr ab und bringt uns gesund und munter nach Jakarta. Obwohl die Stadt drei Grad östlich von Singapur liegt, müssen wir die Uhr eine Stunde zurück stellen. So sind wir um halb elf am Flughafen von Jakarta, und es stellt sich die Frage, wie wir weiter nach Yogyakarta gelangen können. Zur Auswahl stehen Busse, Eisenbahn und Auto. Es gibt am Flughafen einige Stände von Mietwagenunternehmen, und nach vielem Feilschen und Diskutieren in der Gruppe mieten wir dort einen zwölfplätzigen KIA Travello für rund 7.5 Mio. Rupien. Die Mietfirma überlässt uns ausserdem einen französischen Lonely Planet und gibt uns einige praktische Tipps auf den Weg: Niemals den Wagen ohne Bewachung lassen, und falls wir mal von der Polizei angehalten werden sollten, einfach französisch sprechen ;-)
Noch am Flughafen komme ich auch zum ersten Mal direkt mit der indonesischen Sprache in Berührung: Ich kaufe mir eine Flasche air putih (yang besar) dan Kopiko und bin doch ein wenig stolz…

Die Autobahn führt uns aus Jakarta hinaus und durch die Hügel von Java. Bis jetzt eine komfortable, zweispurige Strasse, doch wir werden uns bald an andere Verhältnisse gewöhnen müssen… Durch die Fenster sehen wir Reisfelder und Bananenbäume, Zugbrücken (Melchior ist entzückt und wird nicht müde, Fotos zu knipsen) und Plantagen. In Bandung endet die Autobahn, und die Strasse führt uns in die Berge. Jimmy Fahrkünste zeigen sich erstmals in ihrem vollen Ausmass: keine Bergstrasse zu kurvig, kein Überholmanöver unmöglich. Interessanterweise gibt es entlang der ganzen Strasse kleine Läden, Häuser, Stände, welche Kelapa Muda verkaufen und Restaurants. An einer Tankstelle machen wir eine Pinkelpause, Thomas kauft etwas zu Essen, dann gehts weiter…
Gegen Sechs Uhr wird es dunkel, und wir kurven immer noch durch Javas Berglandschaft. Ernsthafte Zweifel tauchen auf, ob wir wohl rechtzeitig in Yogyakarta ankommen würden. Gegen Acht erblicken wir ein sympatisches Restaurant am Strassenrand und stoppen fürs Abendessen. Kaum hingesessen, serviert man uns schon heissen Tee. Der Wirt fragt uns etwas, das nach Ayam tönt, wir antworten mit Händen und Füssen… Essen beginnt sich vor uns aufzutürmen. Tatsächlich wird uns ein frittiertes Huhn serviert, dazu Reis in einer Rattanschale, diverse Gemüse und andere Zutaten, deren genaue Klassifizierung nicht so einfach ist.


Unglaublich, wie ein gutes Essen die Stimmung ändern kann. Mit vollem Bauch und voller Enthusiasmus fahren wir unsere Reise fort. Einige Stunden später übernimmt Alex das Steuer und bringt uns schliesslich sicher nach Wonosobo. Weil es schon spät ist, stiegen wir dort in einem kleinen Hotel ab. Für 50’000 Rupien gibts Doppelzimmer mit Bett und einem WC. Nach etwas diskutieren in Hand-Fuss-Englisch-Bahasa-Indonesia können wir den Herrn vom Hotel sogar überzeugen, uns einige Bettlaken zu geben :-)
So schlafen wir also ein, in Erwartung eines vielversprechenden Sonntages mit einem Ausflug zum Borobudur. Der Bericht dazu folgt bald, also schaut wieder vorbei…