Eindrücke aus den Philippinen

Vertrauen: Im Nachtbus von einer unbekannten Stadt [Manila] in eine andere unbekannte Stadt [Banaue] fahren… es sich auf dem Sitz so bequem wie möglich machen, die Augen schliessen und wissen, dass man schon gut ankommen wird.

Staunen: Die Reisterrassen von Banaue und Umgebung verdienen den Titel “achtes Weltwunder.” An Hängen, die oft mehr als 45° steil sind, schafften es die Bewohner vor 2000 Jahren, Reis anzubauen. Dazu konstruierten sie hunderte von steinernen Mauern. Diese stützen die Reisterrassen, welche untereinander durch ein kompliziertes Bewässerungssystem verbunden sind. Heutzutage leben mehr Leute in der Region, und auch der Tourismus hat gegenüber dem Reisanbau an Bedeutung zugelegt, so dass die Terrassen nur noch 35% der Reisbedürfnisse der Region decken. Trotzdem sind sie ein gewaltiger Anblick.

Noch mehr Vertrauen: Im Nachtbus nach Banaue traf unsere Gruppe (Camille, Quentin, Patrick, Gregor, Chris und ich) auf vier Franzosen aus Paris. Wir beschlossen, die Reisfelder gemeinsam zu erkunden und konnten uns so den Preis für Jeepney und Führer teilen. Die Route sollte uns zu Fuss durch Batad, Cambulo, Pula und schliesslich zur Hauptstrasse führen. Von dort planten wir, mit dem Jeepney zurück nach Batad zu fahren.

Gegen Mittag merkten wir, dass die Route etwas zu anstrengend für uns war. Obs am Nieselregen lag, an der mangelnden Ausrüstung oder auch schlicht an der Ausdauer… alles trug wohl dazu bei, dass wir langsamer als geplant unterwegs waren. So beschlossen wir, in Cambulo (statt Pula) zu übernachten und am nächsten Tag den direkteren Weg zur Hauptstrasse zu nehmen. Der Weg führte uns mitten durch die Reisterrassen… mit Strassenschuhen und Teva-Sandalen balancierten wir über glitschige Steinmauern und stiegen steile Treppen hinauf und hinunter… doch wir gelangten unfallfrei nach Cambulo und wurden dort aufs freundlichste einquartiert und versorgt.

Ehrlichkeit: Von Cebu nach Maya (südlich von Malapasqua) fuhr ich in einem billigen unklimatisierten Bus. Ironischerweise sind diese viel bequemer als die klimatisierten (wer kann bei 15°C schon schlafen?) Unterwegs leistete ich mir ein Pepsi. “Fifteen Pesos”, meinte die junge Dame am Verkaufsstand (~0.5 US$). Pepsi schlürfend diskutierte ich etwas mit den Leuten dort über woher ich komme, wohin ich unterwegs bin, wieso allein und so weiter. Dann gab ich die leere Glasflasche zurück und die Frau lächelte: “The bottle is five pesos,” meinte sie und gab mir einen Drittel des Preises zurück.

Ausruhen: Nun bin ich auf Malapasqua angekommen und bin in BB’s Lodge stationiert. Einer der billigsten Plätze der Insel (300 Pesos fürs Doppelzimmer), doch die Zimmer sind gross und bieten ein bequemes Bett mit Mückennetz. Strom gibts von 18 bis 24 Uhr. Heute Abend oder morgen wird auch der Rest der Gruppe eintreffen. Sie sind für einen Tag in den Süden nach Bohol gereist, um die berühmten Chocolate Hills zu sehen, während ich den direkteren Weg über Cebu nach Malapasqua genommen habe. Der Grund ist, dass sie einen Tag später als ich zurück nach Singapur fliegen. Deshalb beschloss ich, früher nach Malapasqua zu fahren, um nicht bloss einen Tag hier zu sein…

Malapasqua ist ca. 2 km2 grosse Insel mit fotogenen Sandstränden, berühmten Tresher Sharks und Seeschlangen, die man auf Tauchgängen sehen soll, und einem kleinen Dorf. Wir wollen hier einige Tage den Strand geniessen, schnorcheln oder tauchen gehen, Karten spielen und uns fit machen für die zweite Hälfte des Semesters in Singapur.

Weitere Eindrücke und auch Bilder werde ich wohl von Singapur aus veröffentlichen. Bis dann!


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