Tuk Tuk fahren, Hängematten und Landminen

Auch unser zweiter Tag in Siem Reap stand im Zeichen der Tempel. Dazwischen gab es aber auch einige interessante Abwechslungen, über die ich hier berichten möchte. Lies weiter…

Zu Beginn des heutigen Tages mussten wir in unserer Gruppe erst Mal ausdiskutieren, wohin die Reise gehen sollte. Verschiedene Möglichkeiten standen uns offen: Ein schwimmendes Dorf auf dem Tonle Sap See südlich von Siem Riep lockte mit seiner Exotik, der Banteay Srei Tempel 30km nördlich soll anscheinend besonders kunstvoll sein, und auf der grossen Route rund um Angkor Wat gibt es auch noch einige Bijoux zu erkunden.

Bei all dem spielten auch die Kosten eine Rolle. Trotz günstiger Unterkunft ist das Touristendasein in Kambodja nicht gerade billig; Unser Visa und der Eintritt für den Angkor Nationalpark kosten zusammen 60$, und fürs Essen zahlen wir nun einmal mindestens das Doppelte von dem, was Khmer bezahlen. Dies und die sich stets um uns scharenden Strassenverkäufer können schon frustrierend sein. Ich komme mir vor, als hätte ich statt einer Seele bloss einen Geldbeutel.

Andererseits stimmt es schon, dass wir in der Schweiz halt viel mehr verdienen als die Leute hier. Doch ich weiss oft nicht so recht, wie ich beim Anblick der Leute reagieren soll. Mittlerweile habe ich mich entschieden, nichts von Kindern zu kaufen; diese sollten definitiv nicht als Verkäufer arbeiten müssen… doch das werden sie, solange die Arbeit lukrativer ist als Schule :-(

Genug der Vorgeschichte. Wir fuhren schliesslich nordwärts zum Banteay Srei Tempel, der wirklich ausserordentlich hübsch und gut erhalten ist. Auf dem Rückweg kamen wir an einem speziellen Ort vorbei: dem Museum für Landminen in Kambodja. Der Eingang zum Museum wird von 500-Pfund Luft-Boden-Bomben wie Säulen gesäumt. Tritt man durch dieses surreale Tor, erwarten einen eine erstaunliche Sammlung von verschiedenstem Kriegsgerät, dazu Zeitungsausschnitte, Berichte von Minenopfern und einen Film über den Gründer des Museums, Aki Ra. Ein Mann, der in seinem Leben schätzungsweise 50’000 Minen ausgegraben und vernichtet hat. Bloss ein kleiner Teil dieser grausigen Waffen ist im Museum zu sehen, 100% FFE (free from explosives), natürlich. Doch seht am besten selbst: http://www.cambodialandminemuseum.org

Hängematten sind in Kambodja häufig anzutreffen. Während unserer Mittagspause genoss ich es selbst, neben unserem Restaurant ein kurzes Nickerchen zu halten. Leider nur kurz, den wir hatten am Nachmittag noch drei Tempel vor uns (so ein Stress ;-))

Morgen geht unsere Reise per Bus weiter. Um 6:40 fahren wir ab und werden so ziemlich den ganzen Tag unterwegs sein. Ein erster Bus bringt uns von Siem Reap an die thailändische Grenze, wo wir uns einer Reihe Formalitäten unterziehen werden müssen. Dann geht es weiter durch Thailand bis nach Bangkok. Bis an die Grenze beträgt die Strecke rund 150km, und von dort bis Bangkok schätzungsweise 300… ich werde jedenfalls hier weiter berichten, wie es uns auf der Reise ergangen ist. Bis dann!